Welche Aufgabe hat heute ein Museum, das einst geraubte Gegenstände aus den europäischen Kolonien ausgestellt hat? Und immer noch ausstellt? Die beiden LK Geschichte der Q1 haben das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln besucht, das sich heute als „Museum der Kulturen der Welt“ versteht und sich sehr aktiv mit der Herkunft und Rolle der geraubten Kunstwerke beschäftigt, die es seinen Besucherinnen und Besuchern zeigt. Viele Objekte tragen heute keine Beschriftungen mehr, weil die Kulturen, aus denen sie stammen, nicht wünschen, dass westliche Personen festlegen, welche Funktion ein Objekt hatte.
In einem dunklen Raum konnten wir die Benin-Bronzen bewundern, die hier – vor ihrer Rückgabe nach Nigeria – noch einmal in vollem Glanz ausgestellt wurden. Ebenfalls beeinddruckt hat uns eine Weltkarte, die anders als die gängige Mercator-Projektion die Verhältnisse der Landmasse aus einer nicht-europäischen Perspektive darstellt. Die Intervention „Die Zukunft ist indigen“ brachte indigene Stimmen aus dem globalen Süden zu Gehör.
Über viele einzelne Punkte der Ausstellung kann man trefflich diskutieren – und das haben wir auch getan. Aber in einem waren wir uns einig: Wie wichtig es ist, ein Museum zu haben, das sich der kolonialen Vergangenheit mit so vielen spannenden Ansätzen stellt. [WEI]








