Sie konnten von einer Jugend berichten, die den meisten Rösrather Schülerinnen und Schüler völlig normal erschien. Von Freundschaften, Konflikten mit Eltern und Partys. Aber etwas war anders: Unsere drei Zeitzeugen wuchsen in der DDR auf, einer Diktatur, die im Osten Deutschlands bis 1989 ihre Gegner überwachte und verfolgte. Ihre unbeschwerte Jugend endete da, wo die drei in Gegensatz zur Staatsmacht gerieten.
Am 12. Juni hatten die 10. Klassen ganz besondere Geschichtsstunden. Christoph Becke, Thomas Behrendt und Mirko berichteten davon, warum das DDR-Regime sie damals als Feinde betrachtete. Sie gerieten ins Visier der Staatssicherheit, des Geheimdienstes, der sie über Jahre beobachten ließ. Sie versuchten, das Land zu verlassen und mussten alle drei wegen ihrer Überzeugungen und ihrer „Republikflucht“ ins Gefängnis.
Die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler waren sehr angetan davon, wie anschaulich die drei Zeitzeugen von ihrer Zeit in der DDR berichteten. Es war erschreckend, von Betroffenen zu erfahrenen, dass bereits kleine Abweichungen ausreichten, um politisch verfolgt zu werden.
Christoph Becke, Thomas Behrendt und Mirko wurden vom damaligen westdeutschen Staat „freigekauft“, so dass sie in den Westen Deutschlands umziehen konnten. Sie mussten ihre Freundinnen, Freunde und Familie zurücklassen, um in Freiheit leben zu können. Spätestens an diesem Punkt wurde deutlich, welchen Wert unsere Freiheit hat, die uns oft so selbstverständlich erscheint. [WEI]







