Eine Woche nicht wie gewohnt zur Schule fahren, sondern einen anderen Weg einschlagen…
In der Woche vom 6.07.2026 bis zum 10.07.2026 haben über 100 Schüler:Innen der Stufe Q1 ein Praktikum in einem Betrieb ihrer Wahl oder in einer sozialen Einrichtung oder an einer Universität ( Uni Aachen, Uni Bonn, Uni Köln, Hochschule Rheinsieg) wahrgenommen, um dort Erfahrungen für den weiteren Bildungsweg nach der Schule zu sammeln und einen tieferen Einblick zu bekommen.
Anbei ein Erfahrungsbericht von einer Schülerin, die die Uni Köln besuchte.
Ein kleiner Sprung in das Unileben
Vom 06.07.2026 bis zum 10.6.2026 befanden sich die Schüler*innen der Q1 im Praktikum. Wer nicht einen bestimmten Betrieb vor Augen hatte, hat die Woche genutzt, um einmal in das Unileben hineinzuschnuppern.
Für viele Schüler*innen begann das Praktikum an der Universität in Köln mit der Einführungsveranstaltung am Montag um 9 Uhr. Eine Ansprechpartnerin der Uni hat uns ein paar generelle Informationen zur Orientierung auf dem Campus und der bevorstehenden Woche gegeben, bevor es danach auch schon in die ersten Vorlesungen ging. Meine erste Vorlesung war Entscheidungstheorie, welche ich gemeinsam mit einer Gruppe besucht habe. Überraschenderweise kam immerhin ein Teil von uns sehr gut mit, da der Inhalt ähnlich zu dem der letzten Monate im Mathe LK war.
Schon früh wurde klar, was das Unileben vom Schulalltag unterscheidet. Während in der Schule das Alter der Lernenden etwa gleich ist, saßen in der Vorlesung Erd- und Klimaphysik junge Erwachsene neben Ü60 Studierenden mit ergrautem Haar.
Auch die Orientierung auf dem Campus gestaltete sich anfänglich noch schwierig. Die halbe Stunde zum Wechseln der Räumlichkeiten reichte oft nicht aus. Wer auch noch die Fakultät wechseln musste, wurde teilweise 20 Minuten lang quer über den Campus geschickt, bevor die Raumsuche überhaupt erst losgehen konnte. Dazu kamen unerwartete Baustellen, die die Zugänge einzelner Gebäude versperrten. Meistens konnten jedoch Studierende oder aber auch der Hausmeister helfen. Und wenn man dann doch mal eine Viertelstunde zu spät war, war man überraschenderweise immer noch nicht die letzte eintretende Person. Studieren ist und bleibt eben freiwillig.
Als ich am Dienstag in der Vorlesung Unternehmens- und Wirtschaftsethik saß, entdeckte ich überraschenderweise ein bekanntes Gesicht. Eine Freundin von mir, die an der Uni studiert, hatte dieselbe Vorlesung, die ich gewählt hatte. So kam es, dass ich eine halbe Stunde später mitten unter Student*innen an einem der Tische in der Zentralmensa saß und mich mit ihnen über das Studentenleben unterhielt. Als Essen hatte ich mir etwas von der Salatbar ausgesucht. Bezahlt wurde nach Gewicht, und die Auswahl bestand aus verschiedensten Salaten, Soßen, Wraps und Toppings. Dazu konnte man sich aus einer Auswahl an Getränken eines aussuchen, und bezahlt wurde an der Selbstbedienungskasse. Das Mensaessen war wirklich gut und der Preis nicht zu hoch.
An Essens- und Getränkemöglichkeiten mangelt es nicht. Neben mehreren Mensen und Bistros gibt es vor dem Hauptgebäude beispielsweise auch einen Joghurtshop und ein kleines Café, in dem ich mir zwischendurch schonmal einen leckeren Kaffee mit Hafermilch geholt habe.
Die Vorlesungen an sich waren grundverschieden, sowohl vom Aufbau als auch von dem, was ich verstanden habe. Während ich in Analysis 2 mit an die Tafel geschriebenen Gleichungen und Formeln beworfen wurde, haben die Studierenden in Supply Chain Management die Zwischenergebnisse ihrer Projekte präsentiert. Ein besonderes persönliches Highlight war unerwarteterweise der Französisch Grammatikkurs bei Frau Eichiger. Dieser stellte sich als ein sehr kleines Seminar heraus mit nur 3 weiteren Beteiligten. Die Unterrichtssprache war Französisch und ihre eigene Sprachbegeisterung übertrug sich auf den Raum. In den abschließenden Diskussionen konnte ich mich sogar selbst mit ein paar Beiträgen einbringen.
Alle Unibesucher*innen unserer Schule trafen sich schließlich am Donnerstag noch einmal für eine Abschlussveranstaltung, in der Fragen geklärt werden konnten und zwei Jurastudentinnen noch einmal ihre persönlichen Erfahrungen teilten.
Der einzige Minuspunkt war die beschwerliche An- und Abreise mit dem Schienenersatzverkehr, Bussen und verschiedenen S- oder U-Bahnen. Insgesamt war die Woche jedoch ein voller Erfolg und bot spannende Eindrücke in das Unileben.
(Bericht von Lucie Adler Q1)




